HORRORPOPS-HELL YEAH-CD
Pop-Rockabilly mit einem leckeren Covergirl, das auch noch singt und
Standbass spielt. Die Betonung liegt auf Pop, denn wer die Augen schließt
und diese Platte seiner kleinen Schwester vorspielt, der kann das Ganze
auch locker als die neue No Doubt-CD verkaufen, denn so klingt es. Immerhin
klingt es wie gute No Doubt, nicht so wischiwaschilala. Textlich bewegt
es sich im üblichen Rockabilly-Rahmen, wobei die Girl-Macho-Attitude
irgendwie sexy daherkommt. Sehr, sehr poppig, sehr hitverdächtig und
sehr radiotauglich produziert, da kann es nur noch in Richtung Radio gehen.
Fakt ist, wenn die Band mit der Platte nicht gleich den Durchbruch schafft,
dann bleibt ihnen der Mainstream wahrscheinlich auf alle Zeit verschlossen.
Nach dem Konzerteindruck kann man sich allerdings noch einige Zeit über
den Segen der modernen Fotomanipulation auslassen – oder die Sängerin
hat nachträglich etwas zugenommen – und muss sich über die Attitüde
keine großartigen Gedanken machen, denn da war meines Erachtens nach
nicht viel versteckt. (Hellcat Records)
AVSKUM-PUNKISTA-CD
Muss als Band auch irgendwie fad sein, wenn man seit Jahren immer
wieder dieselbe Platte aufnimmt. Bei Avskum gibt es Discharge mit der Decontrol
EP seit einhundertfünfundsiebzig Jahren, nur in besserem Soundgewand,
dazu ein bisserl Poison Idea zur Kings Of Punk-Zeit und das war’s. Nicht
mehr und nicht weniger. Auf Dauer blöd, sich von denen weitere Scheiben
zu kaufen, eine reicht im Prinzip völlig aus. (Prank)
FRANZ FERDINAND-CD
Was haben die Musikjournalisten doch für ein Schwein, die intellektuell
anspruchsvollere Variante der Strokes, glücklicherweise auch noch
aus England, da kann man sich endlich mal wieder ins Zeug legen, lobhudeln,
preisen und sich als Entdecker einer Band feiern, die seit zwei Jahren
schon herumwerkelt und so gar nicht neu klingt. Alles schon mal irgendwo
in einer 80er-Jahre-Disco gehört. Aber alles wird irgendwann mal wieder
neu, zum Beispiel wenn man damals noch Sacksuppe oder ein lüsternes
Glimmern in den Augen seiner Eltern war. Klingt an manchen Stellen wie
dieselbe Produktion, die der ersten und zweiten Strokes widerfahren ist
und könnte auch teilweise aus deren Feder stammen, oder umgekehrt.
Nun sind Franz Ferdinand mit ein paar Brocken schlechtem Deutsch jedermanns
Liebling und so angesagt wie Alcopops bei Minderjährigen. Was kann
da schief gehen, bei dieser harmlosne Mixtur aus bereits dagewesenem Sound,
etwas Intellekt (der sich aber nicht in den eher belanglosen Texten widerspiegelt,
die alles andere als erhellend sind) und Vorbildern wie den Gang of Four.
Streicht man den ganzen Rummel, lehnt sich zurück und genießt
einfach nur unvoreingenommen diese Platte, dann stellt man fest, dass diese
Scheibe sehr gut unterhält und vollgestopft ist, mit kleinen Hits,
die man immer wieder gerne hört. Mir ist egal was andere sagen, mir
gefällt die Platte, trotzdem sie jeder Arsch irgendwie gut findet.
Für Frühaufsteher mit Bonus-CD, Live aus dem Paradiso Amsterdam.
Wer noch etwas wartet, der bekommt das in Kürze sicher auch als Bootleg
für ein paar Taler mehr, so wie diese Band abgeht. Putziger 80er-Retro-New
Wave, wie wir ihn damals gerne gehabt und damals auch nur zu gerne verstanden
hätten. Spätestens an letzerer Absicht wären wir damals
aber fast alle gescheitert, weil’s kein Punk war. (Domino)
DIE TÖDLICHE DORIS-LPs
- Live SO 36 19.11.1982
- Chöre und Soli-Live Sylvester 82/84
- Die Über-Doris
- Das typische Ding
- Der siebenköpfige Informator
- Tabea und Doris
Sinnvoll, oder nicht sinnvoll, alte Cassetten vor dem Zerbröseln
dadurch zu retten, dass man sie auf Vinyl bannt?! Keine Ahnung! Unbestreitbar
ist aber, dass Doris ein Flair von Kult umweht, einer der durch viel Verklärung
zustande gekommen sein muss, denn musikalisch ist das gespielte Hörspiel
nicht unbedingt ein Ohrenschmaus. Textlich aber ist das Ganze durchaus
ansprechend und eben tapegerecht. Für eine Platte war’s damals zu
wenig gegoren, heute, nach Jahren im Keller und auf Dachböden, hat
sich daran eigentlich auch nicht viel getan. Aber wahrscheinlich oder möglicherweise
wird auch ein 85er Trollinger Schweinepriester-Bücklingsberg (Südhang)
auch einmal ein edler Tropfen, wenn man ihn nur lange genug lagert. Wenn
man allerdings Hörspiele oder Musik mit Hörspielcharakter mag,
dann ist man hier richtig, denn das gibt es mit schwarzem Humor. Edles
Vinyl, stimmige Aufmachung. Im Grunde geben wir mehr Geld für anderen
Scheiß aus, also was soll’s? (Vinyl on Demand)
DISTILLERS-SING SING DEATH HOUSE-CD
Ist bereits fast zwei Jahre alt, aber manchmal brauchen Platten eben
so lange, bis sie auf dem Land ankommen. Cooler Punk-Rock mit einer Sängerin,
die exakt nach der kleinen Schwester von Courtney Love klingt. Im Prinzip
die punkigere Ausgabe von Hole, und das ist doch was! Jede Menge Hits,
minus abgefuckte Drogenattitüde, minus Ehemann auf dem Gewissen, minus
dauernervigem Bitchgehabe. Sehr, sehr gut!!! (Hellcat)
ETWAS-ZU VIEL-CD
Nun denn, Duos sind seit den White Stripes wieder schwer angesagt,
auch wenn die meisten aufgrund irgendwelcher Aushilfsschlagzeuger eigentlich
gar keine sind. Etwas sind immerhin miteinander verwandt (und damit schon
familiär so weit in der Nähe der White Stripes, dass dem letzten
Dumpfjournalisten was dazu einfallen müsste). Irgendwie „naja“, was
damit anfängt, dass anstatt der 13 Stücke auf dem Cover nur zwölf
auf der CD sind, sich damit fortsetzt, dass die Texte allenfalls Pennälerlyrikqualitäten
aufweisen und sich letztendlich auch in diesem Metier halten. Passt zu
den zahllosen Schulentjungferungsserien, die derzeit im Fernsehen dauerwiederholt
werden und eigentlich allesamt „German Pie“ heissen müssten. Bei „Immer
das Selbe“, dem einzigen Song, den nicht der weibliche Part singt, muss
man schon vom Mond kommen, um nicht direkt an die Ärzte zu denken
– und da gilt: immer das Original! Soundtechnisch unentschlossen, ob das
nun reiner Pop werden soll oder doch etwas lärmiger. Die härtere
Variante von „MIA“, die unelektronischere von „Spillsbury“ und die weiblichere
von – schluck – „Echt“. Ähm, stimmt, da gibt es doch schon eine Band,
nämlich „Wir sind Helden“. Die ziehe ich dann auch ganz klar vor,
denn selbst die fette Produktion von Annette Humpe täuscht nicht darüber
hinweg, dass dieser Band besser noch zwei bis drei Singles gegönnt
gewesen wären, bevor sie sich an eine Platte hätten wagen sollen.
Und wo ist mein 13. Song? (Motor)
SULTANS-SHIPWRECKED-CD
Die Rocket-Mutter macht Urlaub, also toben sich die Jungs bei den Hot
Snakes und eben den Sultans aus. Während die Hot Snakes eher fetzen,
sind die Sultans die ruhige Seite der Krypta. Leicht angesteckt vom grassierenden
Frühsiebziger New Wave-Retro-Sound, à la Television, Strokes,
Franzens Ferdinand und all den anderen, gibt es auch hier die nur leicht
verzerrten Gitarrentöne und leicht lockige Songs, die man gut beim
Putzen, Kochen, Badewannenliegen hören kann. Nach dem ersten Hören
ist man seltsam unbefriedigt, weil sich scheinbar nichts festgesetzt hat,
stellt aber selbst nach einer Woche Pause zwischen dem ersten und dem zweiten
Eindruck erstaunt fest, dass man doch so gut wie jeden Song behalten hat
und irgendwie leiden mag, weil man ihn mitsummt. In der Tat, habe nicht
schlecht gestaunt, denn nach dem ersten Mal wollte ich erst gar kein Review
schreiben, um beim neudeutschen „Recall“ festzustellen, dass ich offenbar
erstmal rein gar nix kapiert habe. „Give it two tries-Platte“ und dann
ein Gewinner. Klar dominiert durch Speedos unverwechselbare Stimme und
locker flockige Hits auf kleiner Flamme, manche sogar mit leichtem Ska-Einschlag.
Sehr feine Sache das! Wieder eine Platte auf einem Label, bei dem ich noch
nicht ins Klo gegriffen habe. (Swami)
MUFF POTTER-PLACEBO DOMINGO-MCD
Zwei Songs der bekanntermaßen guten letzten LP, zwei „B-Seiten“
(bescheuert bei einer CD, hier sollte langsam mal jemand einen neuen passenden
Namen erfinden) und zwei Videos zum normalen Singlepreis. Hätte ich
sie nicht, ich würde zugreifen. Die Videos sind professionell und
liegen weit über dem sonstigen Video-Bonusmaterial, das man sonst
so gewohnt ist (und bei dem man den VHS-Streifen noch deutlich am unteren
Bildrand erkennt). (Hucks Plattenkiste)
INTELLIGENCE-BOREDOM AND TERROR-CD
Tippe mal ganz frech auf eine Ein-Mann-Band. Alles andere wäre
zuviel und überflüssig. Noisiger Minimalkrach mit einem Sequencer,
etwas Gitarre, verhalltem Gesang (da klingt jede Stimme voluminöser)
und einem Drumcomputer. Der Plan trifft auf Jesus & Mary Chain, bevor
sie ihre Instrumente beherrscht haben. Kenne Leute, die so etwas genial
finden, ich würde es maximal als Therapie bezeichnen und allenfalls
eine Kassette als Tonträger akzeptieren. Gegen das Rauschen des Sequencers
sollte der junge Mann etwas unternehmen, rauscht wie ... früher. Die
Covergestaltung sieht exakt so aus, wie sie 1981 in einem deutschen Schlafzimmer
auch gemacht worden wäre, dort aber eben für ein Tape. Hier kommt
es aus den USA, was die Sache auch nicht gerade besser macht, zumal gut
23 Jahre zu spät. Elektroretro! Diesem Begriff lasse ich mir sofort
eintragen, rechtlich schützen und verklage jeden, der ihn NICHT bei
solchen Platten verwendet. (Omnibus Records)
VÖLKERMORD-SAME-LP
Hatten eine gute EP auf Musikzimmer vor einiger Zeit, nun eine Frau
weniger am Mikro, aber immer noch eine tiefschwarze Zukunftsvision vor
den Augen. Gutes Crusthandwerk mit allem was dazu gehört, Grunz- und
Schreivocals, tiefergestimmte Gitarre, doomiger Endzeitsound und Röchelgesang.
Im Gegensatz zur genialen EP zündet die LP aber nicht so ganz. Mag
an den Songs liegen, am Sound, oder daran, dass mir das Besondere (in dem
Fall der Wechselgesang) fehlt, um diese Scheibe aus den Heerscharen der
normalen Crustplatten deutlich hervorzuheben. Nicht, dass diese Platte
schlecht wäre, aber zu einem echten Knaller gehört doch etwas
mehr als gutes, solides Handwerk. (Moskito Records)
EXPERIMENTAL DENTAL SCHOOL-HIDEOUS DANCE ATTACK!!!-LP
Schwer einzuordnen! Irgendwo zwischen Kirmesorgel, Giant Ant Farm,
Varieté, World Inferno Friendship Society, Les Savy Fav auf Drogen,
Kettenkarrussell und hysterischem Irrsinn, der tanzbar ist. So, das Ganze
jetzt in Musik umgesetzt und es passt. Nichts für schwache Nerven
oder Stoiker, eher für die Zappelphillips, tanzwütige Regelzeitstudenten
und Soundtüftler, die den ganzen Tag Zeit haben, sich ein Lied zehnmal
im Laden anzuhören, um dann doch eine anspruchsvollere Platte zu kaufen.
Definitv anspruchsvoll, zugepackt mit Ideen und einer alles dominierenden
Zeltlagerorgel. Langweilige Platte hat dieses Label auch noch nicht veröffentlicht,
alle Achtung!
(The Company with the golden Arm).
POPULAR SHAPES-BIKINI STYLE-MLP
Mit verbundenen Augen würde ich auf eine Kollaboration zwischen
Les Savy Fav und Chung tippen, denn EXAKT wie die Schnittmenge aus beiden
klingt es. Hyperaktiver Psychopathensound, frickelig, heftig und absolut
packend! Sehr, sehr, sehr genial! Wem die beiden Bands nichts sagen, der
wird mit den Popular Shapes sicherlich nicht den Einstieg machen. Wer sie
kennt – und schätzt – der kann hier nur gewinnen!!! Sehr geniale Sache
in einer äußerst leckeren Verpackung, die irgendwie zum Titel
passt (durchsichtige Hülle, klares Vinyl und nur ganz wenig verdeckt)!!!
Sollten die touren, ansehen!!! On/On Switch (www.popularshapes.org)
BELLRAYS-WARHEAD-7“
Äußerst schöne Single in multicoloured Vinyl mit einem
Song der genialen Grand Fury LP und einem exklusiven Song (Swinging the
blade) auf der B-Seite. Sieht chic aus und „Swinging the blade“ ist ein
Soulhammer aus der Volksküche der Hölle. Schwebe immer noch unter
dem Eindruck des wahrlich göttlichen Bellrays-Konzerts. Auf dass diese
Band uns noch lange erhalten bleibt!!! Bronx Cheer Records
TIGERBEAT-13 SONGS-2xLP
Hochgelobte Band aus Hamburg – wobei mir nicht ganz klar ist, wer hier
lobt. Angehört klingt das alles ziemlich bekannt, es klingt nach Koteletten,
Rod Steward, Backenbärten, Afros, Rüschchenhemden, blauem Lidschatten,
vergoldeten Fliegersonnenbrillen, 70er Jahren und ZDF-Vorabendserien, in
denen knallgelbe Autos mit schwarzen Ralleystreifen die Hauptrolle gespielt
haben, und es klingt nach Schlaghosen, die auf vier Vinylseiten ausgewälzt
wurden. Dumme Sache, mag ich nämlich alles nicht ... (Buback)
BALZAC-CAME OUT OF THE GRAVE-2x10/CD
JJe nach Version ein teurer, sehr teurer oder „exklusiver“ Spaß.
Teuer als Import-CD, aber normal für japanische Verhältnisse,
sehr teuer als limitierte Dopple-10“ im chicen Klappcover oder „exklusiv“,
wenn man das Ganze im Pack mit Bearbrick kauft (sieht aus wie ein Legobär).
Die spinnen, die Römer und die Japaner! Hmhm, bleiben sich treu und
zeigen die gesamte Bandbreite, die die Band von Industrial, Pogopop, Horrorpunk,
leichtem Metal und Highspeedmelodypunk drauf hat. Wieder werden bereits
bekannte Songs neu verwurstet, es gibt die bekannt exquisite Aufmachung
und besten Sound, den man für Geld bekommen kann. Alles wie gehabt,
jetzt freuen wir uns auf die Tour und sind gespannt, wie die Herren sich
live auf einer Bühne präsentieren! (Diwphalanx)
THE LITTLE KILLERS-YOU GOT IT MADE-7“
Kein Wunder, dass Crypt sich diese Band gekrallt haben. Klingt original
wie eine durch und durch verjüngte Ausgabe der Stooges mit weniger
Drogen und mehr Coolness im Blut. Der Titeltrack ist ein Punksmasher erster
Güte, aber hallo. Die Flipside mit „Mellow down easy“ bedient sich
einfacher Rock’n Roll-Verkehrsregeln und bekannten Riffs, rockt aber ebenfalls
gewaltig. Die Band ist wahrlich heissss – und diese 7“ mit Sicherheit in
Kürze ein Kleinod, für das sich andere die Hacken ablaufen werden!!!
(Sweet Nothing)
THE LITTLE KILLERS-BANG BANG YOU’RE DEAD-7“
Zwei Songs der alten Stooges-Schule, wie ihn derzeit kaum eine andere
Band so gut spielt. Perfekte Songs für das Singleformat, kurz, geradlinig
und zu Ende, bevor es langweilig wird. Punk-Rock’n Roll, wie man ihn immer
hören kann. Musikalische, textlich absolut nix neues, aber dafür
p-e-r-f-e-k-t auf den Punkt gebracht. Großartig! (Terre T. Cherry
Blossom Clinic)
KLOTZS-IN GOLD-7“
Hui, so hatte ich die nicht in Erinnerung! Der leichte Danzig-Einschlag
im Gesang ist mir vorher gar nicht so sehr aufgefallen. Macht sich gut,
ebenso der dichtere Sound, der sich auch bei dieser nicht überproduzierten
EP sehr gut macht. Sehr geniale Texte, bei denen sich das Lesen endlich
mal wieder lohnt. „Ist Gold“ rockt!!! Deutschsprachiger Punkrock (Schimpf
und Schande über die, die einem dieses Sprachgeeiere eingebrockt haben),
ohne jeden kommerziellen Anspruch, falschen Schein und Steroide. Nach dieser
EP haben Klotzs einen Fan mehr, mich. Schönes Cover aber auch! (Musikzimmer)
PAINT LINE PLANE-CURSE CHORUS CURSE-7“
Verstörender Stoff, bei dem man nicht nur einmal das Gefühl
hat, dass da mal kurz der Takt verloren war. Klingt teilweise wie ein uraltes
Atari-Videospiel, das sich aufgehängt hat und nun in der Sound-Endlosschliefe
hängt, andererseits aber auch ziemlich gut durchdacht. Holen das Maximum
aus einem Sythesizer und einem Schlagzeug heraus, mehr gibt es neben den
abgedrehten Vocals nämlich nicht zu hören. Irgendwie ... extrem
coole Sache, ich kann mir nicht helfen! Wem die alten Screamers gefallen
haben, der wird auch hier bedient! (S-S Records – www.poinlineplane.net)
THE OATH+TOTAL FURY-SPLIT-7“
Hmmm, edles Hardcoregewitter in edler Verpackung. Etwas teurer, aber
wie alles auf Gloom (und Youth Attack) auch ein Instant-Ebay-Artikel ...
Verzeihung, soll heißen „Instand-Collectible“. Cover besteht aus
grünem Pauspapier, das Vinyl ist ohne Etiketten und durchsichtig.
A- und B-Seite lassen sich also nur durch ein Etching des Anfangsbuchstabens
der Bands unterscheiden. Kurze Hardcoreattacken von beiden Bands, kann
man, muss man, wenn man besondere Platten sucht. (Gloom)
DEVIL IN MISS JONES-SHOCKTROOPER-7“
Zwei alte Songs einer schätzenswerten Band, die auf dicken Vinyl
mit dickem Cover wieder zur neuem Glanz erstrahlen. Feine Sache, zumal
zwei absolute Hits das markieren, wo andere noch hin wollen. Devil in Miss
Jones waren bereits vor Jahren dort, und so ist es wie die Reise zum Pol,
bei der man endlich ankommt, um eine verwitterte Fahne von jemandem zu
finden, der schneller war. Was die 7“ zu etwas ganz besonderem macht –
neben der astreinen Musik – ist die Tatsache, das dieses 7“-Cover eine
Rückentitel hat, den es normalerweise nur bei LPs gibt, denn wer sortiert
seine Singles schon nach Rücken? (Sounds of Subterrania)
DAMNATION KIDS-7“
Todgeiler Keller-Noisepunk, der rockt, fetzt und kickt was das Zeug
hält. Mir fehlen die Worte, derart genialen Stoff findest Du nur noch
selten! Auf den Punkt gebrachte Rock’n Roll-Songs mit Attitude und Drive!
Wer sich diese EP jetzt nicht zieht, der wird in ein paar Jahren dafür
ein horrendes Geld hinlegen müssen. Wenn das nicht der Fall sein sollte,
dann geht da ganz gewaltig etwas schief. Erstklassiger Sound, stimmiges
Coverartwork, ein Wort: Gran-Di-Os!!! (P.Trash)
DIE KLOPFERBANDE-BARBAREI-LP
Nach einigen mehr oder weniger rein elektronischen Veröffentlichungen
gibt es nun wieder punkigere Töne auf Was Soll Das? Hier schlummerte
ein echtes Kleinod auf Tape, das am ehesten mit Abfallbeseitigung oder
frühen Crowds zu vergleichen wäre, mit dem Unterschied, dass
die Klopferbande um einige Jahre früher am Start war. Eingängiger
Punk mit Synthesizer und einigen klaren Hits. Die genannten Eckpfeiler
sind übrigens kein Witz, sie treffen absolut zu. Unnötig zu betonen,
dass diese Platte – wie alles auf dem Label – in sehr geringer Stückzahl
im Umlauf ist und damit für alle Zuspätkommer kaum mehr zum Ladenpreis
zu bekommen sein wird, also hurtig. Echte Hits auf dieser Platte, die auf
Best-Of Mixcassetten und „Sommerhits 81“ definitv ihren Platz finden werden!!!
Hier wollen einige der Elektropunks erstmal hinkommen, wo diese Band schon
war. (Was soll das? Schallplatten)
SEXY PRISON-7“
Einseitige EP, die wie die Oath/Total Fury ohne Etikett daher kommt.
Ist nix neues, gab es bei der Flipper 7“ schon vor Jahren, aber ist hier
besonders fies, weil man die unbespielte, glatte, nadelzerstörende
Seite so nicht auf Anhieb erkennt. Alternativlösung wäre, mit
seinen Fettfingern jedesmal über das jungfräuliche Vinyl zu fahren.
Habe schon zweimal übel auf dem Filz aufgesetzt, weil durch das klare
Vinyl absolut nicht zu erkennen ist, ob man nun die leere oder die spannende
Seite erwischt hat. Grrrrr! Elektronoisepunk mit Rhythmus der besseren
Sorte. Gibt derzeit einen Boom an Elektropunks, aber Sexy Prison gehören
eindeutig zu den besseren! Unbedingt antesten!!! (Omnibus Records)
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